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DR. KÖHLER Tafel im Tennelbach erinnert an ersten Bundestagspräsidenten
- von: BigCityTV
- hochgeladen: 24.10.2011
„Der Tennelbach ist eigentlich immer einen Spaziergang wert“, schmunzelt Dr. Helmut Müller. „Und ab heute kann hier ein Stück deutscher Geschichte an einer Wiesbadener Hauswand bewundert werden“, so der Oberbürgermeister, der im Rahmen einer kleinen Feierstunde gestern eine Gedenktafel zu Ehren von Dr. Erich Köhler an der Hausnummer 39 der Tennelbachstraße enthüllte. Unter den Gästen waren Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), Hannelore Rönsch (CDU), Stadtverordneter Wolfgang Nickel (CDU), Stadtrat Dieter Schlempp und Bürgermeister Arno Goßmann (SPD).
Dr. Erich Köhler wurde 1892 in Erfurt geboren und gilt als Mitgründer der CDU. Er ging als erster Bundestagspräsident in die deutsche Geschichte ein. Zuvor war er Mitglied der verfassunggebenden Versammlung und Präsident des Wirtschaftsrats der Bizone.
Er war nach Kriegsende 1945 mit seiner jüdischen Frau Helene Freund nach Wiesbaden gezogen und wurde Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer. „Sein Leben war bemerkenswert“, fasst Helmut Müller die Vita zusammen.
Und vier Jahre dieses Lebens hat Köhler im Tennelbach gewohnt, bis er 1958, fast 20 Jahre vor seiner Frau, in der hessischen Landeshauptstadt starb.
Auf den ganz besonderen Bewohner aufmerksam geworden ist Tagblatt-Autorin Ingeborg Toth, der inzwischen das Haus gehört. „In den Unterlagen war mir eine besonders schwungvolle Unterschrift aufgefallen. Schließlich hat mich ein Makler auf Dr. Köhler aufmerksam gemacht“, berichtet die Journalistin. „Mir war es wichtig, an diesen Mann zu erinnern, weil er viel zum Aufbau der Republik beigetragen hat. Es freut mich sehr, dass wir die Gedenktafel an Dr. Köhlers Todestag gemeinsam enthüllen“, so die Initiatorin. Stolz betrachtet sie die rote Sandstein-Tafel direkt neben der Hausnummer. „Zuerst hatten wir an eine Marmorplatte gedacht, aber das Sandstein passt einfach besser zum Haus“, berichtet Benjamin Raatz von der Steinmetz-Firma „Kohlhoff & Raatz“.
Es macht sicher an dieser Stelle Sinn, einen Satz aus Köhlers Antritssrede als Bundestagspräsident in Erinnerung zu rufen: „Wir wollen dienen den Armen und Bedürftigen, wir sollen die Selbstsüchtigen in Schranken halten, und wir wollen den Schwachen vor dem Starken schützen.“
(Quelle: Wiesbadener Tageblatt vom 24.10.2011)












































